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[Bücher, die es sonst nicht geben würde ...]
 

KARL RENZ

Karl-Bild-Avadhuta

TALKS AUS DER HIMMLISCHEN HÖLLE MUMBAIS UND ANDERSWO ...

 

Karl-Renz-6

Punkt.
Sei(n), was-du-nicht-nicht-sein-kannst.


Hardcover / 228 Seiten / € 19,90

ISBN 978-3-941973-15-2

lieferbar

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Erstes-und-Letztes-6

 

Erstes und Letztes

Erste Grabreden
Avadhuta Gita Revisited

Hardcover / 220 Seiten / € 19,90

ISBN 978-3-941973-24-4

lieferbar

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Vorwort zu Karls neuem Buch
Erstes und Letztes

Es ist besonders der unermüdlichen Arbeit von Karls indischem Herausgeber Manjit Singh Achhra und Konsorten zu verdanken, dass Karls Worte einem größeren Kreis von Genießern zugänglich gemacht werden können.

Das vorliegende Buch „Erstes und Letztes – Avadhuta Gita revisited“ ist ein Glücksfall für alle jene, die Karls Talks in Mumbai, Tiruvannamalai oder auf Ko Samui nicht live miterleben können. Hier tanzen die Essenzen aus gleich sechs von Karls englischsprachigen Büchern und aus einigen Interviews miteinander um das Unsagbare – als Alles und Nichts.

May It Be, As It Is
Worry And Be Happy
Heaven And Hell
Am I – I Am
Eight Days in Tiruvannamalai
The Song Of Irrelevance

Solange der persönliche Überlebenskampf im Zentrum des Interesses steht, muten Karls Worte sinnlos und theoretisch an, einfach weil sich mit ihnen nichts mehr anfangen lässt. Es sind Worte, die „zwischen den Fingern“ zerrinnen, Worte, die das mühsam Zusammengebastelte dekonstruieren und Nichts an ihre Stelle setzen. Damit bleibt das, was ist, allein zurück – aber nicht als das, was es ist, sondern als das ewige Passieren im endlosen Jetzt. Dieses Passieren ist die Wirklichkeit, die immer erst im Nachhinein bedacht, konstruiert und abgewogen werden kann – und damit zu einer verwirrenden Wirklichkeit führt – der Wirklichkeit, der mit sich selbst um sich selbst ringenden Person. Dieser Kampf kämpft sich ganz (von) allein. Ist das erkannt, bleibt nichts als Anbetung – Anbetung, die weder von etwas Angebetetem noch von einem Anbetenden weiß – der Gesang eines Unbekleideten, das Unbekleidetsein selbst – Dattatreyas Avadhuta Gita.

Dieser Gesang ist den Worten, die Karl in (s)einer unendlichen Mühelosigkeit transpiriert, mehr als verwandt. Bei der „Gegenüberstellung“ von Karls Worten und den Versen der Avadhuta Gita handelt es sich somit um weit mehr, als um eine kleine, belanglose Spielerei. Hier offenbart sich, was Zeitlosigkeit ist.

Diese Zeitlosigkeit ist Göttliche Tröstung, die keiner Tröstung mehr bedarf, weil sie nicht mehr auf die Idee kommt, sich unentwegt gedanklich von sich selbst zu trennen – um dann auf der Ebene dieses Missverständnisses Verstehen zu suchen. Genau darauf weist Karl unermüdlich hin: Sei, was-du-nicht-nicht-sein-kannst. Hebe dein eigenes Grab aus und lass denjenigen, der glaubt, es ausgehoben zu haben, darin seine letzte Ruhe finden.

Ich freue mich über dieses Buch, dessen zweiter Teil mit „letzten Grabreden“ Anfang 2016 erscheinen wird.

Daniel Herbst

Oktober 2014     

Kurzer Auszug aus dem Interview zum Buch Erstes und Letztes

Karl: Die Avadhuta Gita fühlt sich mehr als familiär an. Es ist, als wenn das, was Dattatreya sagt, ebenso aus der Zeitlosigkeit kommt, wie das, was sich durch mich formuliert. Und das kann seiner Natur nach auch nicht verschieden sein. Nur der Lautsprecher formt es hier als Karl in etwas anderen Nuancen. Ein ewiges Selbstgespräch.

Frage: Ich habe den Eindruck, als seist Du fast milde geworden. Milde, dabei aber von einer immer unbestechlicheren und immer einschließenderen Klarheit.

Karl: Ja, es scheint, der Hammer ist zum scharfen Schwert mutiert, das alle Konzepte zerstört, nur indem es anwesend ist. Dieser Sanftmut des absoluten Intellekts (!) wird als mild erfahren. Er muss nichts durchdringen, um zu wirken, weil er das Alles-Bewirkende ist. Er entzündet das Feuer der Selbsterkenntnis von innen und außen.

Buchrücken Erstes und Letztes

Karl: Das Kontrollsystem ist der dich umgebende Panzer, den du als das persönliche Bewusstsein bezeichnen könntest – und dieser Panzer wird zerstört. Ohne das Kontrollsystem des „Ichs“, ohne Aufmerksamkeit dafür, was der „Ich-Gedanke“ ist, wird die Energie wirklich wieder lebendig. Bewusstsein fällt ins Feuer und alles, was es als Erinnerung gab, zeigt sich im Höllenfeuer des Gewahrseins.
– Es ist nicht nur „meine Geschichte“, es ist die Geschichte der gesamten Menschheit, mehr noch – die Geschichte des gesamten Universums, die in diesem Gewahrsein verbrennt. Alle Ideen und Vorstellungen, die mit der Zeit eingezogen sind, müssen in diese Zeitlosigkeit hinein verbrennen, in die Akzeptanz, DAS zu sein, was ist!

 

 

Buchauszug: Punkt. Sei(n), was-du-nicht-nicht-sein-kannst

Buchrücken:

März 2012. Mumbai, Indien. 40 Grad. Karl Renz und Fragen, die auf „niemanden“ gewartet haben. Mehr braucht es nicht!
Kein Wunder, dass die in diesem Buch zusammengefassten Gespräche in Indien unter dem Titel „Heaven and Hell“ erschienen sind. Sie spiegeln das himmlische Höllenfeuer wieder, in dem es sich einfach nicht aushalten lässt. Gnadenlos treibt Karl alle deine Lieblingsvorstellungen vor sich her, bis dir nichts anderes mehr übrig bleibt, als zu sein, was-du-nicht-nicht-sein-kannst. 
Karl Renz ist nicht der Pausenclown im spirituellen Schulbetrieb, zu dem er gern gemacht wird. – Wenn überhaupt, dann setzt er sich als Clown an deine viel zu klein gewordene Schulbank und schaut ohne zu fragen deinen Schulranzen durch. Dabei wirft er alle Hefte wild durcheinander und lacht sich über die darin verfassten Abhandlungen, Zeichnungen und gelösten Rechenaufgaben halb tot. Du hast immer größere Mühe, alles wieder hübsch ordentlich in deinem Ranzen zu verstauen, bis es dir schließlich nicht mehr gelingen
will.
Was machst du da eigentlich? Was glaubst du dir zusammen, was hoffst und denkst du, nur um dieses hübsche kleine angelernte Schuluniversum voll spiritueller Weisheit nicht aus den Fugen geraten zu lassen?
Dieser „Clown“ ist der Meister, der dem „Schüler“ offensichtlich werden lässt, dass die Schule nur ein aus der Angst geborener „großer Spaß“ ist. Ihre einzige Aufgabe besteht darin, dich auf ein vorgestelltes Leben vorzubereiten – das es so nicht gibt! Gott sei Dank! Und Halleluja!

 

LOBE DEN HERRN - NUR-FÜR-DEN-FALL

Besucher(in): Wenn du von der „Verwirklichung des Selbst“ sprichst, ist das dasselbe wie Maya?

Karl: Maya ist es nur, wenn du dich in der Verwirklichung verwirklichen willst – das ist Maya. Der Traum ist nur, wenn du dich in der Verwirklichung finden willst – das ist Maya.

Wenn sich das Selbst selbst verwirklicht … das ist nicht Maya?

Nein. Maya ist die Illusion, dass du dich in der Realisation finden kannst – dass du etwas bist, das in dieser Verwirklichung gefunden werden kann. Das ist, was ich Maya nennen würde. Dass du der Erkennende bist, der sich vom Erkannten unterscheidet – das ist Maya.
Wenn du dich in der Verwirklichung findest, wenn du ein Objekt der Verwirklichung bist, das ist Maya. Ansonsten gibt es Maya nicht, nur das Selbst.

Demnach bist du, was Maya ist.

Du bist DAS, was Maya ist, Maya aber nicht kennt. Das, was Unwissenheit ist und nichts von irgendeiner Unwissenheit weiß. Aber wenn du in Maya bist, dann bist du jemand, der Maya kennt und dann gibt es Maya. Es braucht jemanden, der Maya definiert.

Maya zu kennen, ist Maya …

So sieht’s aus. Und da ist ein Wissender, wissend oder nicht wissend – das ist Maya. Wenn ein Definierender irgendwas definiert – das ist Maya. Ansonsten gibt es keine Maya, nicht einmal das Selbst.

Also gibt es keine andere Verwirklichung des Selbst als das Selbst …

Es gibt nicht einmal Verwirklichung.

Braucht nicht zu verwirklichen …

In der Abwesenheit von demjenigen, der etwas definiert, gibt es kein wirklich und keine Verwirklichung.

Weder Wissen noch Nicht-Wissen …

Weder noch. Neti-neti.

Zu sein, was-du-nicht-nicht-sein-kannst, ist das eine Technik oder ein Koan?

Beides! [Lachen] Koan und Technik. Es ist eine vollkommene Technik, etwas, das nicht getan werden kann. Deshalb ist es eine absolute Technik. Es ist wie – versuch mal, nicht zu sein. Und das ist es, was du als Sucher willst – du versuchst, nicht zu sein. Und es gelingt dir nie. Oder doch? [Lachen]
Nein, es ist nur ein Hinweis auf das, was du bist. Das braucht niemals wissen, was-es-ist. Denn es ist von Natur aus was-es-ist. Und was du jetzt zu sein glaubst, wird niemals DAS.
Ich spreche also nicht zu demjenigen, der jetzt eine Technik daraus machen will. Aber sicher, du wirst versuchen, daraus eine Technik zu machen. Was kannst du tun? Du machst daraus wieder ein Konzept. Und danach fragst du: „Wie kann ich wirklich sein, was-ich-nicht-nicht-sein-kann?“ So geht das immer wieder. Also, was kannst du tun?
Du wirst überleben!

Du hast mich gestern ausgezogen – [stripped]…

Klingt gut. Das hier ist ein Strip-tease. [Lachen]

Dir gehört die Sprip-tease Bar … [Lachen]

Es ist eine Nightbar. Es ist eine tief-tief Schlaf-Bar.

Erst das, was drüber ist, dann die Unterwäsche, und dann alles, was noch übrig ist … [Lachen]

Weggestrippt. Selbst die Nackten werden weggestrippt.  Selbst der Stripper wird gestrippt. Der Striptease des Strippers – strippt den Stripper weg. Devotet den Devotee. Stimmt, das alles ist ein Strip, zieht ab, was abgezogen werden kann. Und am Ende wird der Abziehende abgezogen, indem er ist, was er mit und ohne Abziehenden ist. Das kannst du die Grundlage nennen, aber es kennt keine Grundlage oder das vollkommen Abstrakte. Zuletzt abstrahierst du den Abstrahierenden, indem du bist, was-du-nicht-nicht-sein-kannst. Das ist wie eine Übung im Nehmen, Nehmen, Nehmen. Und im letzten Augenblick nimmst du sogar den Nehmenden weg. Der Nehmende wird weggenommen – du hast keine Ahnung.  
Demnach bist du der perfekte Bestatter. [Lachen] Der Letzte, den du killst, ist der Killer. Du hast recht, wegnehmen, was weggenommen werden kann. Jemand da, der gern noch einen Striptease hätte? Der ein braucht davor ein Cocktail, der andere was Hartes. Aber das ist nüchtern.

Kannst du uns sagen, wie es zur Gedankenformung kommt? Was ist die Quelle der Gedanken? Von wo kommen sie?

Vielleicht formen sie sich nie. Vielleicht sind sie immer da.

Wo kommen sie her?

Vielleicht kommen sie ja gar nicht.